Gedanken zum Weltfrauentag

Gedanken zum Weltfrauentag

Frauen auf der Flucht sind besonders verwundbar

Etwa die Hälfte der Menschen, die sich weltweit auf der Flucht befinden, sind Frauen und Mädchen. Viele von ihnen befinden sich allein auf der Flucht. Und diese Frauen, wenn sie es überhaupt nach Europa schaffen sollten, finden in ihrem Zufluchtsland sehr oft nicht die Sicherheit, die sie sich erhofft hatten.

Auf den verschiedenen Stationen ihrer Flucht sind sie der Willkür von Schleusern, Beamten und anderen Flüchtlingen ausgesetzt, die nicht selten ihre Schutzlosigkeit ausnutzen. Viele Frauen sind in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht Opfer sexueller Gewalt geworden – vor allem in Libyen. Von den dortigen Menschenrechtsverletzungen sind wiederum besonders Frauen betroffen.

„Auch die Flucht über das Mittelmeer birgt für Frauen spezielle Risiken. Sie befinden sich in der Regel im Inneren der Schlauchboote, weil sie denken, dort sicher zu sein. Genau das wird ihnen im Zweifelsfall zum Verhängnis: Wenn Wasser in die Boote eindringt, bricht schnell Panik aus, da die meisten Schiffbrüchigen nicht schwimmen können. Dann sind es die Personen in der Mitte des Bootes, die in dem Gedrängel ersticken, zu Tode getrampelt werden oder sogar noch im Boot im kniehohen Wasser ertrinken.“(entnommen Flyer Aquarius 2017)

Viele der geretteten Frauen auf dem Mittelmeer weisen schwere psychologische Traumata und körperliche Verletzungen auf.

2017 berichtete eine Hebamme an Bord eines Rettungsschiffes, nämlich der Aquarius: „Eine der Frauen erklärte mir, dass man sie mehrmals mit dem Lauf einer Kalaschnikow vergewaltigt habe. (…) Ich habe diese oder ähnliche Aussagen viele Male gehört, aber ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen. Manche Frauen sind so schlimm misshandelt worden, dass sie den Unterschied zwischen freiwilligem Geschlechtsverkehr und einer Vergewaltigung nicht mehr kennen.“

Die restriktive Migrationspolitik der EU, setzt auf Abwehr von Migrationsbewegungen, und genau das führt zu einem Mangel an legalen Zugangswegen, besonders für Frauen nach Europa. Der Türkeideal verhindert ein reguläres Asylverfahren und damit die Prüfung eines Schutzbedürfnisses.

Die Internationale Gemeinschaft muss hier dringend Abhilfe schaffen und zwar für alle geflüchteten Menschen, aber Frauen unterliegen auf der Flucht nochmals einer gesonderten Schutzbedürftigkeit. Geschlechtsspezifische Gewalt im Fluchtkontext muss eine bedeutend bessere Berücksichtigung im Asylverfahren erfahren. Und um dieser besonderen Schutzbedürftigkeit auf der Flucht gerecht zu werden, machen wir heute, am 8. März 2021, verstärkt auf die Menschenrechte der körperlichen Unversehrtheit und Selbstbestimmung der Frauen aufmerksam.

 Die Rettungskette Hand in Hand steht mit vielen Verbündeten (Kirchen, Gewerkschaften, Einzelinitiativen, Künstler*innen etc.) geschlossen am 18. September 2021 zusammen für ein geeintes Europa und gegen die Angst- und Abschottungspolitik.

Menschenrechte gelten universell. Gabriela Schlesiger/ Rettungskette Hand in Hand 

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